Deutscher Städtebaupreis verliehen

Thomas Geuder | 15.10.2014
«Weltquartier» in Hamburg-Wilhelmsburg
«Hofstatt» in der Münchener Innenstadt
«Neugestaltung des Fischmarkts» in Erfurt
Seit über 30 Jahren will die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) aus Berlin mit dem Deutschen Städtebaupreis eine zukunftsweisende Planungskultur und Stadtbaukunst fördern. Prämiert werden sollen in der Bundesrepublik Deutschland realisierte städtebauliche Projekte, die sich durch nachhaltige und innovative Beiträge zur Stadtbaukultur sowie zur räumlichen Entwicklung im städtischen und ländlichen Kontext auszeichnen. So sollen Bauherren und Auftragnehmer herausgefordert werden, interdisziplinär, weitsichtig und nachhaltig zusammenzuarbeiten und wegweisende Projekte zu entwickeln, die den Ansprüchen der Gesellschaft nicht nur entsprechen, sondern diese auch mit formen.

Erstmals in der Geschichte des Preises vergab die unter der Leitung der Saarbrücker Stadtbaurätin Dr. Rena Wandel-Hoefer stehende interdisziplinär besetzte Fachjury zwei Städtebaupreise. Damit will die Jury der aktuellen Situation der deutschen Städte Rechnung tragen, die vor einer breiten Palette von Herausforderungen stehen, denen in unterschiedlicher Weise Rechnung zu tragen ist.

Prämiert wurden: das «Weltquartier» in Hamburg-Wilhelmsburg sowie die «Hofstatt» in der Münchener Innenstadt. Dazu das DASL: «In den letzten Jahren hat es unterschiedliche Ansätze zur Lösung der sich abzeichnenden Handlungsfelder gegeben. Diese unterscheiden sich von Stadt zu Stadt und innerhalb der Städte erheblich. Der Alltag der Städte wird davon heute - ob wir das wollen oder nicht - geprägt. Diese Situation wahrzunehmen ist der erste Schritt zur Lösung der Zukunftsaufgaben, nicht nur, aber eben auch mit den Mitteln von Städtebau, Regional- und Stadtplanung. Die ausgezeichneten Arbeiten haben sich in unterschiedlicher Weise und auf unterschiedlichen Feldern von Städtebau und Stadtplanung dieser Aufgabe gestellt. Die Spannweite reicht von der Bewahrung der historischen Altstädte unter Beachtung zukünftiger Nutzungen bis hin zu strategischen Ansätzen für die Weiterentwicklung der deutschen Städte im Kontext des Leitbildes der «Europäischen Stadt», vom Bauen in den Städten und an ihrer Peripherie.»

Neben dem «klassischen» Städtebaupreis wurde ebenfalls der Sonderpreis verliehen, der der Akzentuierung besonders dringlicher aktueller Handlungsfelder im Städtebau und in der Stadtplanung dient. Für das Jahr 2014 trägt er den Titel «Neue Wege in der Stadt» und sucht integrative und zukunftsweisende Ansätze bei der Verknüpfung von weiterentwickelten Verkehrsarten mit neuen Raumqualitäten und Mobilitätssystemen. Preisträger des Sonderpreises ist das Projekt «Neugestaltung des Fischmarkts» in Erfurt.

Die Ergebnisse des Städtebaupreises 2014 werden in einer Anfang des Jahres 2015 erscheinenden Publikation, herausgegeben von Professor Werner Durth – der dem Städtebaupreis seit Beginn maßgebliche Impulse unter anderem als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates gibt – unter dem Titel «STADT BAUEN» ausführlich dargestellt werden. Der Preis wird von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung ausgelobt und von der Wüstenrot Stiftung gefördert.

Mehr Informationen zu allen Preisträgern, Auszeichnungen und Belobigungen finden Sie unter www.staedtebaupreis.de.

Lesen Sie zum Thema Städtebau auch den Beitrag unseres Autors Dirk Meyhöfer «Betongold und Dienstleistungsproletariat – Welche Zukunft für die europäische Stadt?» tg