Aufstockung und Generalsanierung Wohnhochhaus als Nullenergiehaus

Planungsaufgabe / Standort – Als Ergebnis eines bundesweiten Wettbewerbs der Deutschen Energie-Agentur mit über 400 Bewerbungen ging das Projekt „Generalsanierung Wohnhochhaus Güterstraße 30“ als eines von 20 Sanierungsprojekten hervor, die in das Förderprogramm „zukunft haus“ aufgenommen werden. Unter dem Motto „Auf dem Weg zum EffizienzhausPlus - klimaneutrales Bauen und Sanieren“ fördert das Modellvorhaben innovative Wohnungsbauprojekte, die über die üblichen Standards hinausgehen und wegweisende zukünftige Lösungsansätze aufzeigen. Im Kontext des von der KEA Baden-Württemberg begleiteten lokalen Modellvorhabens „Pforzheim, sonnenklar“ bietet das Projekt die Chance, Themen wie attraktives städtisches Wohnen, regenerative Energieerzeugung und Nachverdichtung öffentlichkeitswirksam zu vermitteln. Zu den Qualitäten des neungeschossigen Wohnhochhauses aus den 1970er Jahren zählen die zentrale Lage und die Nähe zum Hauptbahnhof, sowie die schöne Aussicht in die Stadt und in den Nordschwarzwald. Die Grundrissstruktur ist den heutigen Anforderungen gewachsen, die Bausubstanz solide, allerdings gibt es Undichtigkeiten der Fassade und Fenster, sowie sanierungsbedürftige Bäder. Hinzu kommen äußerst hohe Energie-Verbrauchs- und Betriebskosten.

Entwurf – Zentraler Baustein des Entwurfskonzeptes ist eine neue hochgedämmte hinterlüftete Gebäudehülle und die Schaffung großzügiger überdachter privater Freiräume jeweils als Betonfertigteilkonstruktion. Die neue Gebäudehülle trägt zum einen zu einer deutlichen Wohnkomfortsteigerung für die Bewohner bei (Schall-, Sonnen- und Wärmeschutz), zum anderen wird das Stadtbild nachhaltig aufgewertet. Den oberen bislang undefinierten Gebäudeabschluss bilden zwei neue Dachgeschoss-Loft-Wohnungen. Durch diese baukörperliche Ergänzung werden auch die Gebäudeproportionen wahrnehmbar verbessert.

Energiekonzept – Die Elektronachtspeicherheizungen und Warmwasserboiler in den jeweiligen Wohnungen werden durch eine komplett neue haustechnische Anlage ersetzt. In Zukunft erfolgt die Erzeugung der Heizwärme und der Brauchwassererwärmung über einen nicht sichtbaren in die Betonfertigteilfassade integrierten Fassadenabsorber. Ein Eisspeicher unter den angrenzenden Parkplätzen dient als saisonaler Zwischenspeicher für die gewonnene Energie. Zur Deckung des Strombedarfs werden Photovoltaikmodule und eine Kleinwindkraftanlage auf dem Dach eingesetzt. Durch Verzicht auf Verbundkonstruktionen und Einsatz recyclingfähiger Baustoffe wird graue Energie reduziert.
Ort
Pforzheim
2014
Auftraggeber
Pforzheimer Bau und Grund GmbH / Pforzheim

Auszeichnungen
Auszeichnung beim „Deutschen Architekturpreis 2015“

Teilnehmendes Objekt beim bundesweiten „Tag der Architektur“ 2015 in Baden-Württemberg

Sonderpreis Solar- und Energiepreis 2015 Pforzheim und Enzkreis

DGNB-Preis „Nachhaltiges Bauen“ 2015 im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises

Besondere Anerkennung Deutscher Bauherrenpreis 2015 (Kategorie Modernisierung) - „Hohe Qualität - Tragbare Kosten“

Europäischer Architekturpreis 2015 Energie und Architektur

Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg 2016 (Kategorie Wohnungsbau)

Nominierung German Design Award 2016

Teilnahme an der Trinationalen Ausstellung Perspektive Architektur 2016

Nominierung Council of Tall buildings and Urban Habitat (CTBUH) Best Tall Building Award 2016

Finalist beim DAM-Preis 2017

Teilnahme an der Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country 2017

Fachpublikationen 
Intelligente Architektur, Jahrgang 2015, Ausgabe 91

Bauwelt, Jahrgang 2015, Ausgabe 22

db - Metamorphose, Jahrgang 2015, Ausgabe 7-8

Stadt Bauwelt, Jahrgang 2015, Ausgabe 36

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit / Bundesarchitektenkammer – Bundesgemeinschaft der Architektenkammern (Hg.): Architektur in Deutschland - Dokumentation Deutscher Architekturpreis 2015, Berlin 2015

Arbeitsgruppe Kooperation GdW-BDA-DST (Hg.): Deutscher Bauherrenpreis – Modernisierung 2015 – Hohe Qualität-tragbare Kosten, Berlin 2015

Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. (Hg.): Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2015 (Dokumentation), Düsseldorf 2015

Beratende Ingenieure, Jahrgang 2016, Ausgabe 1/2

DAB, Jahrgang 2016, Ausgabe BW 1

DAB, Jahrgang 2016, Ausgabe BW 2

DBZ, Jahrgang 2016, Ausgabe 1

Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg (Hg.): Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg 2016, Stuttgart 2016

ARK, Jahrgang 2016, Ausgabe 1

Bund Deutscher Architekten BDA / Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) (Hg.): Europäischer Architekturpreis 2015 Energie und Architektur, St. Augustin 2016

DAB, Jahrgang 2016, Ausgabe BW 3

Detail Green, Jahrgang 2016, Ausgabe 1
    
Bauwelt, Jahrgang 2016, Ausgabe 15

A+D Architecture + Detail, Jahrgang 2016, Ausgabe 46

Bundesstiftung Baukultur (Hg.): Baukultur Werkstätten - Wohnungsbau der Zukunft, Potsdam 2016

Europäisches Architekturhaus Oberrhein (Hg.): Perspektive Architektur, Strasbourg 2016

Förster, Yorck, Gräwe, Christina, Schmal, Peter Cachola (Hg.): Architekturführer Deutschland, Berlin 2017

PolisVision, Jahrgang 2016, Ausgabe 2

Zentrum für Energie, Bauen und Umwelt (Hg.): Effiziente Gebäude 2016, Hamburg 2016

Mehl, Robert (Hg.): Beton Bauteile  - Edition 2017, Gütersloh 2016

Henry, Steven; Wood, Antony (Hg.): Best Tall Buildings – A Global Overview of 2016 Skyscrapers, Chicago 2016

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau (Hg.): Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg 2016, Stuttgart 2016

Förster, Yorck, Gräwe, Christina, Schmal, Peter Cachola (Hg.): Deutsches Architektur Jahrbuch 2017, Berlin 2017

Pelzeter, Andrea: Lebenszyklus- Management von Immobilien - Ressourcen- und Umweltschonung in Gebäudekonzeption und -betrieb, Berlin/ Wien/ Zürich 2017

Tags
Residential, Apartment Buildings