Depots & Werkstätten

Die Aufgabenstellung des geplanten Neubaus für Depots und Werkstätten in Schwerin beinhaltet den Entwurf einer Gebäudekubatur mit einem gemeinsam genutzten Werkstattbereich und einem in 3 Cluster aufgeteilten Depotbereich. Für die Papier-, Archäologie- und Kunstgewerbedepots als auch die Werkstattbereiche mit jeweils unterschiedlichen baulichen und technischen Anforderungen wurden Konzepte gesucht, die sowohl den städtebaulichen Erfordernissen als auch den speziellen funktionalen, technischen und energetischen Anforderungen gerecht werden.

Der Entwurf für diese Bauaufgabe zielt auf ein kompaktes und effizientes Gebäudesystem, das in allen Stufen einer möglichen Erweiterung seine volle Funktion aufweisen kann. Eine interne Versorgungsstraße zwischen Werkstätten und Depots dient auf allen Ebenen als Schnittstelle, gliedert diese Bereiche und gewährleistet eine ideale Orientierung innerhalb des Gebäudes.

Die Forderung des Auslobers, den Standort des Neubaus im Gesamten einzuzäunen, wurde mit einer Zaunanlage als wesentliches Gestaltungsmerkmales erfüllt. Ein pyramidenförmig profilierter Zaun aus Streckmetall (Cortenstahl) mit unterschiedlichen Dichten bezieht ich farblich und sinnlich auf die historischen Fassaden der angrenzenden Bestandsbauten.

Die nordöstliche Gebäudefassade als Platz gestaltende Wand wird durch begrünte Höfe in ihrer Länge gegliedert. Die Fassaden der eingeschnittenen Höfe und die des Haupteingangs werden vollflächig mit verspiegeltem Glas versehen. Der Kontrast der Fassadenmaterialien, das Spiel zwischen rau/glatt, matt/spiegelnd, außen/innen, alt/neu verweist auf den Inhalt und die Nutzung des Gebäudes.

Die komplett geschlossene Fassade der Depots bekommt eine äußere Haut aus leicht spiegelnder, silberfarbiger ETFE-Folie. Durch die bauchige Fassadenausformung und das leicht glänzende Material wird in abstrakter Form auf den kostbaren Inhalt hingewiesen.

Die überwiegenden Nordverglasungen tragen wesentlich zur Reduzierung des sommerlichen Wärmeeintrages bei. Die kompakte Bauweise trägt zur Reduzierung von Transmissionswärmeverlusten aus sich selbst heraus bei. Die Anordnung der Räume nach vorgegebener Funktionszugehörigkeit und Temperaturzonen trägt zum gesamtheitlichen Energiekonzept bei. Zur Reduzierung der dennoch entstehenden Energieverluste, wird das Gebäude hoch wärmegedämmt ausgeführt. Um solare Energiegewinnung zu realisieren, werden Südverglasungen energetisch sinnvoll eingesetzt. Diese Südverglasung erhält einen motorisch beweglichen, außen liegenden, permanenten Sonnenschutz durch senkrechte windstabile Lamellen. Das Dach des Gebäudes bietet umfänglich Platz für eine Photovoltaikanlage.
Ort
Schwerin
2012
Aufgabe
Wettbewerb

Bauherr
Landesamt für Kultur und Denkmalpflege und Staatliches Museum Schwerin

Modellbau
em-scape, Mainz

Tags
Industry, Workshops